Neue Anlage für Mosterei gefördert

Regionale Kreisläufe: Aus Obst kann nun noch effizienter Saft produziert werden

Dietzhausen/Meiningen. Die Apfelsaison 2018 neigt sich dem Ende entgegen. Alle Hände voll zu tun hatte in den zurückliegenden Wochen auch Thomas Linde von der gleichnamigen Mosterei aus dem Suhler Ortsteil Dietzhausen. Hier wird regionales Obst wie Äpfel, Birnen oder Quitten zu Saft verarbeitet. Dass dies in der Saison 2018 noch besser und effektiver lief, hat die Lohnmosterei einer LEADER-Unterstützung zu verdanken. Die Regionale LEADER-Aktionsgruppe „Henneberger Land“ hatte den Kauf einer neuen Pasteuranlage mit Abfülleinrichtung gefördert. Die Fördersumme betrug rund 6.560 Euro. Bislang war eine kleinere elektrische Saftpasteuranlage im Einsatz, die allerdings von der Kapazität her längst an ihre Grenzen gestoßen war. Die neue Anlage ermöglicht ein effizienteres Arbeiten. Große Mengen Obst können schneller verarbeitet werden und auch beim Energieverbrauch sieht die Bilanz positiver aus. Das Projekt gliedert sich ein in die Förderperiode von 2014 bis 2020, die unter dem Leitsatz „Gemeinsam WERTE schätzen und WERTE schöpfen“ steht. Schließlich unterstützt LEADER hier ein Vorhaben, das auf regionale Kreisläufe und heimische Ressourcen setzt. Das Obst vor der Haustür wird genutzt und besser geschätzt. Dies führt natürlich auch dazu, dass alte Sorten und Obstbaumbestände wieder ins Blickfeld rücken, gepflegt und abgeerntet werden. Und dabei ist Vielfalt angesagt. Bis zu 30 verschiedene Apfelsorten werden in der Mosterei verarbeitet. Der Trend zu regionalen Produkten wird so durch LEADER stark unterstützt.

Die Mosterei arbeitet seit zehn Jahren. Hier können Kunden ab einer Anlieferung von 80 Kilogramm das Obst zu ihrem eigenen Saft verarbeiten lassen. „Wir nutzen aber auch die Früchte von unseren eigenen Streuobstwiesen oder kaufen regionales Obst an, um daraus gesunde wohlschmeckende Qualitätssäfte herzustellen“, sagt Thomas Linde, der die Mosterei im Nebenerwerb betreibt und ansonsten als Zahntechniker beruflich anderswo „zu Hause“ ist. Der Saft geht in den Verkauf. Kunden nehmen teilweise eine Entfernung von bis zu 150 km auf sich, um ihr Obst nach Dietzhausen zu bringen. Auch Kitas und Schulklassen stehen die Türen der Mosterei offen, damit auch die Kinder bereits lernen, wie der heimische Apfel in die Flasche kommt. Der Apfeltrester, also die Pressrückstände, werden weitergegeben oder zum Düngen eingesetzt, teilweise aber auch als Tierfutter genutzt. Eine maximale Verwertung des Obstes ist so gewährleistet, Kreisläufe werden geschlossen. Thomas Linde spricht von einer „Win-Win Situation für Mensch und Natur“.

Die bewegliche Anlage ist in der Mostereiküche von Thomas Linde aufgebaut und hat in dieser Saison schon ihre Dienste getan.
Foto: LEADER
Eine große Vielfalt von heimischen Gärten und Streuobstwiesen lagerte in dieser Saison auf dem Hof der Mosterei Linde und wartete darauf, verarbeitet zu werden.
Foto: LEADER

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